Unternehmensverantwortung in historischer Perspektive

hrsg. von Thomas Hajduk und Thomas Beschorner

Editorial

Thomas Hajduk und Thomas Beschorner

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Hauptbeitrag

Learning from History – The Relevance of the History of Business Ethics for the Practice of Business Ethics

Frederick Bird

Warum sollten diejenigen, die sich gegenwärtig mit Unternehmensethik befassen, ein breiteres Verständnis davon anstreben, wie man in der Vergangenheit Unternehmensethik praktizierte? Der Essay verfolgt diese Frage, indem er in weiten historischen Strängen drei typische Ausdrucksformen unternehmensethischer Praxis untersucht: Bemühungen (1) geeignete Tugenden zu kultivieren, (2) die ethischen Problemlösungsfähigkeiten von Unternehmen zu erweitern und (3) öffentlich durchsetzbare normative Standards und Gesetze zu schaffen. Mit Blick auf sieben tiefe, gegenwärtige ethische Krisen schließt der Essay, indem er Wege auslotet, wie Unternehmen von einer kritischen Prüfung der Geschichte von Unternehmensethik lernen, um die damit verbundenen Probleme verantwortungsvoller anzugehen.

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Korreferat

Varieties of Relevance

Kenneth E. Goodpaster

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Hauptbeitrag

How to Tell the History of Business Ethics

Gabriel Abend

Die Geschichte der U.S.-amerikanischen Unternehmensethik und CSR weist einige wichtige normative Kontinuitäten und Stabilitäten auf. Ich argumentiere, dass diese normative Kontinuitäten und Stabilitäten mit Diskontinuitäten und Variationen eines moralischen Hintergrunds unterlegt sind. Erstere nenne ich Stabilitäten „erster Ordnung“, letztere Variationen „zweiter Ordnung“. Die Ebene zweiter Ordnung oder des moralischen Hintergrunds ist der Ort des Geschehens – zumindest desjenigen Geschehens, das unser Verständnis von Gesellschaft, Moral und den moralischen Grundlagen kapitalistischer Gesellschaften am besten ausleuchtet. Anschließend gehe ich auf eine Facette des moralischen Hintergrunds ein, die für das wissenschaftliche Verständnis von Unternehmensethik und CSR besonders interessant sein könnte: Die Abgrenzung von Moral. Wie werden Grenzen zwischen moralischen und nicht-moralischen Dingen gezogen? Wie werden sie institutionalisiert und kontrolliert? Wie variieren sie über Zeit und Raum? Und ich zeige auch, warum diese empirischen Fragen konzeptuell kniffeliger sind als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

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Korreferat

Business Ethics – A Historian’s Perspective

Kenneth J. Lipartito

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Beitrag

„Kapitalismus ist Gewinnsucht, die sich nicht schämt“ – Frühe Schriften zur Wirtschaftsethik im deutschsprachigen Raum

Michael S. Aßländer

Gemeinhin wird die deutschsprachige Debatte um eine Wirtschafts- und Unternehmensethik als eine verspätete Antwort auf die US-amerikanische Wirtschaftsethikdiskussion gesehen. Insbesondere sind es Autoren wie Karl Homann, Peter Ulrich oder Horst Steinmann und Albert Löhr, die das Thema Wirtschaftsethik ab den späten 1980er Jahren in Deutschland populär zu machen suchten. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, reichen die Wurzeln der deutschsprachigen Wirtschaftsethik jedoch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, die Entwicklung und die Themenfelder dieser frühen Wirtschaftsethik-Debatte in Deutschland darzustellen.

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Korreferat

Deutschsprachige Wirtschaftsethik im Rückblick

Florian Schui

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Beitrag

Locating Responsibility – An Extended Transaction Cost Approach

Martin Kolmar und Thomas Beschorner

Die meisten Debatten in der Ethik, der Wirtschaftsethik und der normativen Ökonomik gehen von der oft impliziten Annahme aus, dass die Ebene normativer Verantwortlichkeit vorgegeben ist, so dass sie entweder den Individuen (Theorien der Moral), oder einer bestimmen institutionellen Ebene wie dem Staat (Gerechtigkeitstheorien) oder dem Unternehmen (Theorien der Unternehmensverantwortung) zufällt. Wir argumentieren, dass dieser Ansatz zu beschränkt ist, um einen umfassenden Blick auf die Lage zu bekommen, wie sich das Verhältnis individueller, organisationaler und institutioneller Verantwortung ergibt. Dazu entwickeln wir einen Ansatz, der die Zuordnung von Verantwortung als einen integralen Bestandteil einer ethischen Theorie erlaubt. Dieser Ansatz basiert auf Transaktionskosten als basale Erklärungsvariable.

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Korreferat

Taking or Locating Responsibility? – An Ordonomic Perspective

Ingo Pies

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Beitrag

Why the Practice of Business Ethics Calls for a Due Regard for History

Frederick Bird

Hinweis!
Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine überarbeitete Fassung des Artikels "Why the Responsible Practice of Business Ethics Calls for a Due Regard for History" von Frederick Bird. Er wurde im Journal of Business Ethics Vol. 89/No. 2 (2009), S. 203–220 erstveröffentlicht und kann dort in seiner ursprünglichen Fassung nachgelesen werden.

In diesem Essay werde ich vier Gründe untersuchen, warum ein sorgfältiger Blick in die Geschichte für Unternehmensethik wichtig ist: (1) um lokale kulturelle Normen und Praktiken schätzen zu lernen; (2) um zu verstehen, wie gegenwärtige Probleme entstanden sind und welche Verantwortung für die Vergangenheit besteht; (3) um einen lebhaften Sinn dafür zu entwickeln, was jetzt möglich ist und was nicht, und wann welche Art von Handlungen gefragt sind; und (4) um zu beobachten, wie bestehende Praktiken sich über die Zeit entwickelt haben.

Springer Link

Praxisbeitrag

CSR-Berichterstattung in Europa

Felix C. Schweren und Alexander Brink

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Korreferat

CSR und der Streit um Freiwilligkeit und Rahmenbedingungen – nicht nur bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Thomas Loew

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Rezension

Wirtschaftsphilosophie – Neuer Wein in neuen Schläuchen?

Peter Seele

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Rezension

Stark in der soziologischen Konzeption, schwach in der historischen Umsetzung – Gabriel Abend über die Kontingenz der Wirtschaftsethik

Alex Gertschen

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Rezension

Es war einmal in Amerika – Ein erstes Überblickswerk der CSR-
Geschichtsschreibung

Thomas Hajduk

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